Die Klötzchen-Skulptur als Erforschungsinstrument*

Die Klötzchenskulptur “wird wie die Personen-Beziehungs-Skulptur eingesetzt zur Erforschung von Beziehungen und zur therapeutischen Intervention.

Alle Familienmitglieder erhalten pro Person des Familiensystems ein Holzklötzchen gleicher Größe (4×4×10 cm). Jedes Familienmitglied soll damit darstellen, „wie es sich und die anderen in der Familie in den Beziehungen zueinander sieht“.

Dieses Instrument bringt für die Therapeuten viel Material zur Hypothesenbildung und Interventionsarbeit an hypothetischen Themen über Beziehungen wie Koalitionen, besondere Dyaden, Triaden, zentrale und marginale Positionen, Dominanz, Generationsgrenzen, Nähe und Distanz, Unterstützung etc.

Wir erfahren immer wieder, daß Familien während des Beratungsprozesses häufiger ihre Beziehungen mit Hilfe dieses Instrumentes anschauen wollen („da braucht man nicht viel zu sagen und weiß gleich Bescheid“).

Wir unterscheiden: Ist-Skulptur, Wunschskulptur, Vergangenheitsskulptur, Zukunftsskulptur, Team- und Gruppenskulptur.

Wunschskulptur: Wie hätte gern jedes Familienmitglied die Beziehung?

Vergangenheitsskulptur: Wie war die Situation vor einem bestimmten Ereignis, z. B. Geburt eines Kindes, vor einer Krankheit, vor der Arbeitslosigkeit, vor dem Gefängnisaufenthalt, vor der Scheidung, vor der Stiefsituation in der Herkunftsfamilie?

Zukunftsskulptur: Wie glaubt jedes Familienmitglied, daß sich die Beziehungen gestalten, wenn z. B. der/die Älteste auszieht, ein Kind ins Heim kommt, die Mutter nach einer Entziehungskurwieder zurückkommt?

Team- und Gruppenskulptur: Auch in Supervisionen von Teams und in der Arbeit mit Gruppen kann dieses Instrument sehr weiterführend eingesetzt werden.

Ein vergleichbares Instrument hat Ludewig mit dem Familienbrett vorgestellt (1983).”


  • zitiert aus:

Gisal Wnuk-Gette und Werner Wnuk. Systemisch-integrative Familientherapie/-beratung in sozialen Diensten. Erfahrungen mit einem systemisch-integrativen Beratermodell. In Zeitschrift System Familie. Nr. 10. 1997. Seite 81–87.

mehr Quellen:

https://www.dji.de/fileadmin/user_upload/bibs/Handbuch_PKB_1987.pdf, S. 131-133

Systemische Therapie jenseits des Heilauftrags: Systemtherapeutische Perspektiven in der Sozialen Arbeit und verwandten Kontexten. Herausgegeben von Tanja Kuhnert, Mathias Berg. S. 205

Arbeitsbuch Kreatives und biografisches Schreiben: Gruppen leiten, Petra Rechenberg-Winter, Renate Haußmann. S. 261