Praxis diagnostischer Einschätzung – Arbeit mit Genogrammen I

Wir unterschieden zwischen 2 Begrifflichkeiten:

  1. Genogramm als Veränderungsinstrument
    Die sogenannte Genogrammarbeit, ist eine therapeutische Methode. In einem therapeutischen Prozeß kann die Entwicklung eines Genogramms anhand einer bestimmten Fragestellung genutzt werden, sich auf die Spur von unbewußt tradierten Vermächtnissen (z. B. Delegation) zu machen, vielmehr aber noch herauszuarbeiten, welche Kräfte und Ressourcen, Talente und Fähigkeiten die zurückliegenden Generationen dem Patienten / Klienten mit auf den Weg gewiesen haben.
    In der Ausbildung zum systemischen Familien-/Therapeuten findet für jede Teilnehmende eine Familienrekonstruktion statt, die zur Grundlage die Erstellung eines eigenen Genogrammes hat.
  2. Genogramm als Erforschungsinstrument
    Hier, für den Arbeitskontext Jobcenter, Betreutes Wohnen oder Suchthilfe, ist mit der Arbeit mit Genogrammen die grafische Darstellung der familiären Beziehungen zu einem bestimmten Zeitpunkt gemeint, damit Berater und Klient/Kunde eine Übersicht über die Abwesenden erhalten.

Eine erste übersichtliche Info findest Du bei https://de.wikipedia.org/wiki/Genogramm

Literatur

Marie-Luise Conen. Zum gegenwärtigen und vergangenen Nutzen und Missbrauch von Genogrammen. www.context-conen.de/artikel/Artikel-Systemische-Therapie-ein-Steinbruch.pdf
Bruno Hildenbrand. Einführung in die Genogrammarbeit. Heidelberg 2005

weitere Grundlagenliteratur

Monica McGoldrick. Randy Gerson. Suell Petry. Genogramme in der Familienberatung

ergänzende Literatur

Bernd Roedel. Praxis der Genogrammarbeit. Die Kunst des banalen Fragens
Kevin Leman. Geschwisterkonstellationen. Die Familie bestimmt Ihr Leben
Monica McGoldrick. Wieder heimkommen. Auf Spurensuche in Familiengeschichten
Ruthard Stachowske. Mehrgenerationentherapie und Genogramme in der Drogenhilfe. Drogenabhängigkeit und Familiengeschichte. www.ruthardstachowske.de
Sabine Bode u. a. Die vergessene Generation – Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen. www.sabine-bode-koeln.de