Ein kurzes Vorwort, das Sie bitte lesen bevor Sie weiter klicken

Zielgruppen

Diese Artikel schreibe ich vor allem für Eltern, die festgestellt haben, daß sie zu Hause einen Jugendlichen (1) haben, der mißbräuchlich oder sogar abhängig Rauschmittel konsumiert oder/und ein elektronisches Medium exzessiv nutzt, und die spüren, daß sie mit all ihren elterlichen Versuchen wohl keinen Einfluß mehr geltend machen können, um eine Änderung herbeizuführen.

Ich schreibe aber auch für Kollegen (1), um meine Erfahrungen in der Beratung und im Coaching mit den betroffenen Eltern weiterzugeben.

Und hoffentlich können auch Eltern von diesen Texten profitieren, die Kinder haben, die sich noch nicht in der Pubertät befinden und die sich für diese Zeit und ihre Eventualitäten gerne wappnen möchten.

Hervorheben möchte ich, daß die in den folgenden Texten beschriebenen Haltungen, Vorgehensweisen und Interventionen gemeinsam mit Eltern entwickelt worden sind, die nicht irgendwelche Erziehungsschwierigkeiten zu managen hatten, sondern sich in der existentiell bedrohlichen Phase befanden, daß sie um Leib, Psyche und Leben und das Wohl ihres jugendlichen Kindes fürchten mußten. Nur auf diesem Hintergund sind viele Vorgehensweisen und Interventionen verständlich und zu betrachten und nur wohl überlegt auf „normales“ Elternverhalten übertragbar.

Vorbeugung oder Krisenbewältigungsstrategien

Die Ableitung und Übertragbarkeit auf „normales“ Erziehungsverhalten sollte man sich gut überlegen, denn das ist nicht der Ausgangspunkt der Betrachtung!

Diese Artikel richten sich in erster Linie an Eltern, die seit graumer Zeit festgestellt haben, daß ihre Tochter oder ihr Sohn Rauschmittel in einer Weise konsumiert, die sie nicht mehr tolerieren wollen. Sie sollten aber wissen, daß meiner Erfahrung nach der Zeitraum eine große Rolle spielt: je länger Sie als Eltern schon gegen den Rauschmittelkonsum erfolglos angegangen sind, desto länger wird es dauern bis ihr Sohn oder Ihre Tochter Ihnen abnimmt, daß sie plötzlich wirklich eine Kehrtwende gemacht haben.

Umgekehrt: Wenn Sie kürzlich erst bemerkt haben, daß Sohn oder Tochter Rauschmittel konsumiert, haben Sie leichteres Spiel, wirksam intervenieren zu können.

Ich nehme „Max“ als Beispiel

Um die Artikeltexte etwas flüssiger lesbar zu gestalten, spreche ich häufig von einem fiktiven „Max“ natürlich könnte es auch eine webiliche „Maxi“ sind.

Mit Max ist ein Jugendlicher gemeint, der gerade in die Pubertät kommt, also das Alter zwischen 11 und 13 Jahren bis zum Ende der Pubertät mit ca. 23 – 25 Jahren. Die meisten Eltern überrascht diese Zeitspanne von über 10 Jahren. Die Definition habe ich aus der Hirnforschung übernommen: das kindliche Gehirn funktioniert etwas anders als das erwachsene Gehirn. Dazwischen liegt die Pubertät, in der sich ein Umbau des Gehirns vollzieht. Übrigens kennt man das ja von Baustellen, daß dann manchmal einzelne Gewerke oder Funktionen für bestimmte Zeiten nicht nutzbar sind, nicht funktionieren. Eine schöne Metapher, weil in der Pubertät phasenweise das jugendliche Gehirn dann auch nicht so funktioniert, wie man es eigentlich gewohnt ist oder wie es sein sollte.

Wenn Sie also hier immer wieder über „Max“ lesen, dann denken Sie an ihren pubertierenden Jugendlichen zu Hause und vergleichen Sie, was davon zutriftt oder auch nicht.


(1) Ich achte in den Texten auf die Berücksichtigung der weiblichen, wie der männlichen Betrachtungs- und Schreibweise. Aufgrund einer flüssigeren Lesweise bitte ich aber um Nachsicht, wenn überwiegend die traditionelle Schreibweise überwiegt. Das läßt keine Rückschlüsse auf die Genderrorientierung des Autors zu!